Allerdings tragen Sie keine Schuld daran, dass Ihr Partner alkoholkrank ist und er trägt keine Schuld daran, daß Sie unter seinem Trinken leiden - bzw. zunehmend zerbrechen.
An Ihrem Zerbrechen tragen Sie und nur Sie persönlich und eigenverantwortlich Schuld!
Denn generell ist es sehr einfach, die Schuld jemandem in die sprichwörtlichen Schuhe zu schieben.
Ungleich schwerer ist es, an sich so weit zu arbeiten, daß man dies nicht mehr aus Bequemlichkeit und fälschlich anerworbener Denkstruktur nötig hat.
Die langersehnte Lösung heißt:
Sie sollten und werden sich wohl ändern, um so aus der bisher passiven und einengenden in die aktive und selbstverantwortliche Rolle Ihrer Partnerschaft schlüpfen zu können.
Nur so werden Sie erfolgreich die Seiten wechseln können.
Nichts mehr mit sich machen lassen! Das allerdings bedeutet Aufgabe von dem Kindchenschema: "Alle sind frech und gemein zu mir und keiner hat mich lieb..."
Trotzdem hat folgendes auch Richtigkeit:
Sie selbst fügen ihm den Alkohol wohl kaum per "Tropf" oder gar Zwangsernährung zu.
Die Wahl zum Glas/zur Flasche stellt er allein und auch er weiß, dass es zahlreiche Hilfsmöglichkeiten gibt, von süchtigem Verhaltensmustern zu trennen..
Nur die Tatsache, dass diese Arbeit an sich kein Kinderspiel sein wird, lässt viele Alkoholkranke von diesen Möglichkeiten ausgesprochen gerne Abstand nehmen.
Sobald sein Tagesablauf und damit die Möglichkeit zum Trinken gesichert ist - ist Ihrem Partner das "Drum-Herum" egal. Und dazu gehören Sie leider auch.
Das ahnen oder wissen Sie doch schon lange!
Halten Sie sich dies besser sofort vor Augen, bevor Sie nun weiterlesen.
Erinnern Sie sich an die Schulzeit, in der wohl die allermeisten von uns folgenden Schaukasten kennen gelernt haben? Dieses sollte zur Analyse von Streitigkeiten dienen.
Sender - Kanal - Empfänger.
Der Sender, in diesem Fall Ihr Partner, wählt als "Kanal" Worte und oder auch Gestiken, die bei Ihnen, dem Empfänger, Unverständnis und auch Zorn hervorrufen können. Ursache hierfür ist meist das Verletzten Ihrer Gefühle
Und hier sollen Sie nun die Ruhe bewahren? Ja - es wäre besser.
Alleine schon deshalb, weil Sie so nicht in die Versuchung geraten, selbst Worte zu wählen, die Ihnen garantiert nicht würdig sind. Außerdem verschlingt jeder Streit Kraft und dieses brauchen SIE nun wirklich nicht auch noch.
Es macht einfach keinen Sinn, sich mit einem auf Streit angelegten Menschen, dem so genannten Aggressor, anzulegen. Und sicher nicht, wenn dieserzusätzlich unter Alkoholeinfluß steht.
Aber was kann Ihnen wirklich in diese Lage helfen?
Antwort:
Sie müssen lernen, Ihr Selbstvertrauen (noch) besser zu stärken und einen für sich gangbaren Weg zu finden, Ihre Selbstverantwortung wesentlich konkreter aufzubauen.
Frei nach Charles de Gaulle, der im 2. Weltkrieg gesagt hat:
"Man kann eine Schlacht verlieren - nicht aber den gesamten Krieg"
und nennen wir dies einfach um:
"Sie werden vermutlich auf kurz oder lang eine einst liebgewonnene Lebensphase verlieren - aber nicht freiwillig Ihr gesamtes Leben aufgeben!"
Sobald Sie einige Schritte in diese Richtung unternommen haben, werden Sie automatisch und dann noch permanent in Ihrer Denkweise gestützt.
Selbstverantwortung erlernen ist wahrlich nicht leicht - doch wenn Sie Ihr Leben in andere Hände geben, bedeutet dies auf kurz oder lang: Unselbstständigkeit und dieses wäre Ihr dauerhaftes Verhängnis.
Aber Sie wollen nicht, daß tatsächlich jemand Ihr Leben nach seinem Gutdünken gestaltet. Das bedeutet nun konkret: Sie benötigen einige Denkanstöße.
Diese erfordern tatsächlich Zeit und viele Ratsuchende wenden sich natürlicherweise zunächst an die Familie, an Freunde und auch Kollegen.
Leider sind diese meist jedoch mit diesem speziellen Thema schnell überfordert. Der Grund hierfür liegt darin, dass Emotionen mitspielen und Ihr alkoholkranker Partner Ihre Sorgen verursacht.
Sie, als Ratsuchender, sind allermeist automatisch Sympathieträger hingegen Ihrem Partner Antipathien entgegengebracht werden. Hierzu kommen dann noch viele Schamgefühle, die auf beiden Seiten bei solchen Themen erwachsen.
Also bringen Sie solche Gespräche meist nicht viel weiter.
Psychologische Beratungsstellen sind hier empfehlenswert. Doch es besteht leider immer noch eine unnötige Schwellenangst. Dies besonders bei Angehörigen von Alkoholkranken.
Um Ihnen zumindest Denkanstöße mit auf Ihren Weg zu geben, habe ich erneut Buchtipps bzw.CD herausgesucht. Wie immer rein subjektiv. Es gibt noch sehr viel andere Lektüre zu dem Thema:
Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Selbstverantwortung -
"Die Entscheidung liegt bei Dir, Heinz!"
von Reinhard K.Sprenger, erschienen im Campus-Verlag
" Simplify your life" (2 CD`s)
von Werner Tiki Küstenmacher, erschienen im Campus-Verlag
" Johannes", Erzählung
von Heinz Körner, erschienen im Körner-Verlag
Meiner Meinung nach ist zusätzlich nachstehende Web-Adresse enorm hilfreich: