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Bis noch vor etwa 10 Jahren hat niemand an die so zahlreichen Angehörigen von Alkohol- oder allgemein Suchtkranken offiziell ein Wort gerichtet.

Wen wundert das? Sind diese doch allermeist sehr unauffällig und mit ihren Sorgen ausgesprochen zurückhaltend.

Einigen Ärzten sind jedoch merkwürdige Häufungen von bestimmten Erkrankungen der Ehepartner von Alkoholkranken aufgefallen. So kam glücklich eine Wende in  das bisher verschwiegene Geschehen.

Von riesigen und durchschlagenden Erfolgen kann man bisher sicher nicht berichten. Aber immerhin meint man, erste Ergebnisse erzielt zu haben.

So steht unumstritten fest, daß die allermeisten "Co-Abhängigen" in ihrer Ursprungsfamilie selbst mindestens ein Suchtmittelabhängiges Mitglied hatten.   Sei es Vater, Mutter oder so gar beide Elternteile.

Diese Sucht- oder dysfunktionale Familie provoziert/produziert Rollenmuster, welche die Kinder spielen und scheinbar helfen, hier unbeschadet zu überleben. Welcher grauenhafte Irrtum.

In solchen Familien werden die Rollen des Helden/der Heldin oder auch die des "schwarzen" Schafes vergeben. Natürlich findet man hier auch den Clown und am allerliebsten ist hier das "FÜGSAME UND RUHIGE KIND"

Egal welcher Rolle - immer wurde gründlich dafür Sorge getragen, daß das Selbstwertgefühl des Kindes gleich Null geht. Dies ist ein bestialisches Verhalten,, welchem die Kinder nicht entrinnen können oder bislang nicht entrinnen konnte.

Zum Glück haben sich hier entscheidende Maßnahmen eingefunden.

Dennoch sind sehr häufig folgende Fehlentwicklungen deutlich zu bemerken:

Erfolgt bei Kindern aus geschilderten Familien keinerlei Problembearbeitung, so kann es im Erwachsenenalter zu Fehlentwicklungen kommen. Besonders in der Rolle des "Helden" wird sich das Bedürfnis nach Kontrolle und Manipulation festigen. Zwanghaftigkeit und Neigung zum Perfektionismus führen dazu, daß Fehler und Missverständnisse nicht verziehenund verarbeitet werden können. Fürchterliche Basis für die eigene Partnerschaft.

Bei der Partnerfindung ist belegt und leider auch bezeichnend, daß die co-abhängige Person Lebenspartner bevorzugt,die starke Problematiken und Persönlichkeitsstörungen (wie Suchtkrankheit, Depression) aufweisen.

Hier wird die bereits in der Kindheit erworbene Rolle einfach ausgeführt und perfektioniert. (Ergebnis wissenschaftlicher Untersuchungen in Fachkliniken)

Forschungen/Ergebnisse der DHS (Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren) enthalten folgenden Inhalt:

Etwa 60 Prozent der Partnerinnen von Alkoholikern haben einen suchtkranken Vater bw.eine suchtkranke Mutter.

Aber alle "Co-Abhängigen" haben eins gemein:

Aus Angst vor Kontrollverlust haben sie ein starres Weltbild und neigen zur Rechthaberei. 

Co-Abhängigkeit bedeutet auch immer: Beziehungsstörung. Co-Abhängige unterstützen ihren Partner oft bis zur eigenen Selbstaufgabe. Sie sind nicht in der Lage, die Aussichtslosigkeit ihres Verhaltens zu bewerten oder gar zu realisieren.

Oft führt dies dazu, daß der "Co-Abhängige" sich selbst nicht mehr fühlt bzw. wahrnimmt. Dies gilt zumindest in der Beziehung zum Süchtigen. Allerdings oft auch darüber hinaus.


Mein Fazit:

Ich habe hier nicht lange um den "heißen Brei" herum gesprochen, weil ich selbst einmal zu den Co-Abhängigen gehört habe. Daher kenne ich alle Tücken und Schleichwege, die man sich selbst einräumt.

Nur wäre es allerdings fahrlässig nach den heutigen Erkenntnissen, nichts zu unternehmen.

Achtung!

Selbst wenn keine Suchtprobleme in Ihrer Urspungsfamilie vorhanden waren - dies ist nun nicht zwangsläufig erforderlich - setzen Sie sich bitte mit Ihrer Situation auseinander.

Belügen Sie sich nicht - das machen leider schon andere!

viktoriatapp@yahoo.de