Zunächst ist wichtig zu verinnerlichen,daß die so genannte "Co-Abhängigkeit" im wahrsten Sinne des Wortes keine eigenständige Erkrankung ist!
Es ist jedoch so, daß die direkten Angehörigen unter dem permanenten Stress, verursacht durch den Alkoholkranken, auffallend häufig folgende Erkrankungen entwickeln:
. Kopf- und Rückenschmerzen
. Atemprobleme
. Hörsturz (Tinitus)
. Infektanfälligkeit
. Herz-/Magen-/Darmstörungen
. hoher Blutdruck
. eigene Suchterkrankung (z. B. Ess-und Brechsucht)
. Burn-Out (Überbelastung/Überforderung)
. Depressionen
. Angststörungen
. bishin zu einigen Krebserkrankungen.
In den entsprechenden Arztpraxen werden diese, bei dazugehörigen Befunden, als (psycho-)somatische Beschwerden deklariert.
Bitte beachten Sie unbedingt, dieses sind keine Geisteserkrankungen! Ich betone dies ausdrücklich, weil so viele Menschen den Begriff "psychosomatisch" nicht recht einordnen können.
Ja, sie ahnen noch nicht einmal, daß hier das gestörte Verhältnis Körper/Seele gemeint ist.
Jedoch entwickelt noch lange nicht jeder Angehörige eines Suchtkranken eine behandlungnötige Erkrankung. Zum Glück!
Dies hängt zum großen Teil von der ureigenen Vorgeschichte des Partners ab. (Siehe "Ursachen").
Es ist außerdem bekannt und wissenschaftlich belegt, daß Männer nicht so lange Geduld mit ihrer süchtigen Partnerin aufweisen, wie umgekehrt.
Dies bedeutet im Umkehrschluß, daß Männer sehr selten unter "Co-Abhängigkeit" leiden.
Allermeist durchfährt der Angehörige jedoch drei Phasen
- Beschützen und Erklären (nach aussen ist alles o.k.)
- Er beginnt, seinen Partner zu kontrollieren. (Vertrauensverlust!!!)
- Dann folgt die Phase der Anklage. Schuldzuweisungen
Zu Papier gebracht sehen diese Punkte überschaubar aus - ziehen sich allerdings in der Realität meist über Jahre - wenn nicht so gar lebenslänglich - wie ein ekelhafter Wurm durch die Beziehung.
Dies ist äußerst dramatisch, da bis in die heutigen Tage keine ausreichende wissenschaftliche Erforschung der Auswirkungen von "Co-Abhängigkeit" vorliegt.
Daher wird die Notwendigkeit dieser Erforschung laut, weil nur so eine gesicherte Diagnostik und damit erfolgreiche Therapie gewährleistet ist.
Das Phänomen "Co-Abhängigkeit" wird auch als "Angehörigen-Krankheit" bezeichnet und hier liegt kein Grund für jegliche Scham vor.
Wie oft wird an die Angehörigen appelliert, Verständnis und schlimmer noch:Geduld für die Alkoholkrankheit aufzubringen.
Jetzt endlich wird zunehmend auch an die Angehörigen gedacht - von denen es in Deutschland derzeit etwa 12 Mio. gibt.